Voigtländer Vitoret DR – Fotos, Review, Anleitung

Voigtländer Vitoret DR

Das iPhone unter den analogen Kameras? Das hat ein befreundeter Fotograf zu meiner Voigtländer Kamera gesagt. Das eckige Design sieht echt schick aus und die Handhabung ist simpel und funktioniert problemlos.
Die Sucherkamera (genauer: Messsucherkamera) Voigtländer Vitoret DR hat einen eingebauten Belichtungsmesser und eine Fokussierhilfe . In diesem Artikel findet ihr Infos über die Kamera, Beispielfotos, eine Bedienungsanleitung und mein Review zur Kamera.

 

Mehr Hintergründe und Daten!

Die Voigtländer Vitoret Serie war die günstigere „Consumer-Variante“ der Voigtländer Vito Serie. Es gibt einige Versionen in der Vitoret Kameras (mehr über die verschiedenen Versionen auf camerapedia). Die Vitoret DR wurde 1967 bis 1970 hergestellt und für 194 bis 204 DM verkauft.

Das Objektiv der Kleinbildkamera ist festverbaut und bei meiner Version ist es das Color-Lanthar 50mm mit Lichtstärke 1:2.8.  Die Verschlusszeiten gehen von 1/30s bis 1/300 und es gibt die Möglichkeit der Langzeitbelichtung (B).

Film 35mm Kleinbild
Objektiv Color Lanthar 50mm 2.8
Verschluss Prontor 300
Verschlusszeiten 1/300s bis 1/30s und B
Entfernungseinstellung 1m bis ∞
Herstellung 1967 bis 1970

 


Fotos

Hier erst mal einige Bilder, die ich mit der Voigtländer Vitoret DR gemacht habe. Als Film habe ich den Kodak Gold 200 verwendet.


Anleitung

Spannen und Auslösen


Zum Spannen einfach den Filmtransporthebel bis zum Anschlag drehen. Für alle, die wie ich Angst haben zu weit zu drehen, das ist schon ein gutes Stück, etwa knapp 270 Grad.
Der Auslöser befindet sich vorne an der Kamera.

Richtig belichten

Der eingebaute Belichtungsmesser hilft dabei die richtigen Einstellungen für Blende und Belichtungszeit zu wählen. Zuerst müsst ihr an dem inneren Rädchen von oben drehen, um die richtige Iso-Zahl (bzw. ASA) einzustellen. Dabei verschiebt sich die Skala von den Blendeneinstellungen.
Danach muss man die Kamera in die Richtung des Motives halten und die zwei Zeiger übereinander bringen, indem man an dem äußeren Rad dreht.


Wenn die Zeiger sich decken kann man die passenden Einstellungen für die Kamera ablesen. Im Beispiel hat man die folgenden Möglichkeiten: Blende 2.8 und Belichtungszeit 1/125 s, 4 und 1/60 s oder 5.6 und 1/30 s.
Wir entscheiden uns für Blende 2.8 und 1/125 s Belichtungszeit. Das stellt man jetzt manuell am Objektiv ein, wie ihr im dritten Bild sehen könnt. Im nächsten Abschnitt folgt noch ein weiteres Beispiel und der Zusammenhang von Blende und Entferungsangabe auf dem Objektiv.

Entfernungs-Skala und Blende

Im oberen Beispiel haben wir Blende 2.8 gewählt. Am vordersten Ring des Objektives kann man fokussieren . Die vordersten Zahlen geben an, auf welche Entfernung scharf gestellt ist (in Metern). Im oberen Beispiel ist also auf 7 Meter scharf gestellt. Da wir Blende 2.8 gewählt haben, haben wir eine geringe Tiefenschärfe. Das heißt nur ein kleiner Bereich um 7 Meter ist wirklich scharf.


Wenn es heller ist, schlägt der weiße Zeiger des Belichtungsmesser weiter aus. Wir bringen wieder den roten Zeiger über den weißen und können die Einstellungen ablesen. Dieses Mal nehmen wir Blende 11 und die Belichtungszeit 1/30 s. Durch die kleinere Blende haben wir eine größere Tiefenschärfe, also ist ein größerer Bereich des Bildes scharf. Welche Entferungen das genau sind kann man auch wieder am Objektiv ablesen:
Auf dem zweiten Ring mit Zahlen stehen die möglichen Blendenwerte. Diese markieren jeweils den scharfen Bereich für eine bestimmte Blendeneinstellung. Bei Blende 11 ist also der Bereich von 3,5 Meter bis unendlich scharf.

Scharf stellen mit der Fokussierhilfe

Beim Blick durch den Sucher sieht man in der Mitte des Bildes eine helle gelbliche Raute. Das ist die Fokussierhilfe. In dieser Raute seht ihr das gleiche Bild noch mal. Das Ziel beim scharf stellen ist es, dass sich die beiden Bilder decken.
Wenn das Motiv nicht scharf gestellt ist, sieht man es verschoben in der gelben Raute. Sobald die beiden Bilder genau aufeinander liegen, ist das Motiv scharf gestellt. Am besten erkennt man das bei kontrastreichen vertikalen Linien. Unten seht ihr den Blick durch den Sucher, einmal scharf gestellt und einmal noch nicht scharf gestellt.

Doppelbelichtung

Doppelbelichtung Schloss

Die Voigtländer Vitoret eignet sich auch für Doppelbelichtungen! Das funktioniert wie folgt:

  • Beide Fotos ein bis zwei Stufen dunkler belichten als der Belichtungsmesser anzeigt
  • Das erste Foto wie gewohnt machen
  • Danach zwei Sachen beim Spannen beachten:
    1. Den kleinen silbernen Knopf auf der Oberseite drücken und
    2. die Rückspulkurbel festhalten
  • Während man beides macht mit dem Filmtransporthebel spannen.

Dadurch wird der Film nicht weitertransportiert und man kann an der selben Stelle noch einmal belichten.


Review

Ich liebe diese Kamera! Es ist meine erste analoge Kamera und wird wohl daher immer einen besonderen Wert für mich haben, auch wenn sie nur 5 Euro gekostet hat. Zur Handhabung im Allgemeinen kann man nur sagen: Sie ist simpel, schnell zu lernen und funktioniert.

Belichtungsmesser

Der eingebaute Belichtungsmesser ist praktisch, gerade wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit analoger Fotografie hat. So fällt es leicht die Fotos trotzdem richtig zu belichten. Bei mir hat es auch gut geklappt, die passenden Einstellungen (Belichtungszeit und Blende) zu wählen, so dass die meisten Bilder nicht zu dunkel oder zu hell geworden sind.

Fokussierhilfe

Die Fokussierhilfe hilft sehr dabei richtig scharf zu stellen. Bei Kameras ohne Fokussierhilfe muss man den Abstand anhand der Meter-Angaben auf dem Objektiv schätzen. Damit kann man natürlich nicht so genau scharf stellen, wie mit einer Fokussierhilfe. Wenn man sich genug Zeit zum scharf stellen nimmt, sind die Bilder auch scharf. Je mehr Übung man hat, desto schneller geht es.

Tiefenschärfe und Bokeh

Auch die Tiefenschärfe eher groß. Daher sind die Hintergründe weniger verschwommen. Mir gefällt das Bokeh (Unschärfeverhalten) der Voigtländer trotzdem gut. Auf einem Bild, das ich gemacht hab, gibt es sogar leicht das sogenannte swirly Bokeh. Das funktioniert aber nur bei Offenblende und bei manchen Hintergründen gut.


Ich kann die Voigtländer Vitoret DR absolut weiterempfehlen! Auch die anderen Sucherkameras von Voigtländer sind meiner Meinung nach einen Test wert. Vor allem wenn sie einen Belichtungsmesser und eine Fokussierhilfe haben, macht es echt Spaß mit ihnen Fotos zu machen! Weil man dann einfach direkt alles, was man braucht, dabei hat. Also perfekt für unterwegs und spontane Schnappschüsse!

Schreibt gerne Anregungen und Kritik in die Kommentare! (Oder per Mail)
Habt ihr auch eine Kamera von Voigtländer? Wie sind eure Erfahrungen?

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